10.04.2004 Eintracht - Bremen ( 0:1 )

Ostersamstag. Ostern, das traditionell höchste Fest im Kirchenjahr, ist von vielerlei Brauchtum durchzogen. Auf der Grundlage archivarischer Berichte gibt es besondere Feste, Rituale und Spiele, die speziell um die Jahrhundertwende üblich waren.   

Dazu gehörte z. B. das Wiegen in Soest, ein Spiel, bei dem tatsächlich der Schwerste ermittelt wurde, der sich dann allgemeiner Hochachtung sicher sein konnte. Dazu gehörte weiterhin das Eierlaufen in Warburg und das In-die-Ameisen-Gehen in und um Siegen. Bei diesem Spiel wurden bemalte Eier auf einen Ameisenhaufen gelegt, die dann, von den Ameisen mit Säure bespritzt, abwechslungsreiche Muster auf der Schale bildeten.

Nun, beim Wiegen in Soest will es wohl niemand mit mir aufnehmen. Zum Eierlaufen würde ich Herrn Amanatidis nominieren, vielleicht ist das für seine Psyche und seinen Adrenalin-Spiegel ganz hilfreich. Und bemalen würde ich gerne die Eier des Herrn Jansen, der einen wieder mal unberechtigten Elfer gegen uns gegeben hat. Ich würde diese dann allerdings nicht auf einen Ameisenhaufen legen, sondern auf einen Scheiterhaufen.

Was das alles mit Fußball zu tun hat? Eher wenig, aber mir fällt nix besseres ein, trotz einer guten Leistung gegen den Tabellenführer beschissen worden. Allerdings hätte der Punkt bei den Ergebnissen vom Wochenende nicht besonders viel weitergeholfen.

17.04.2004 Stuttgart - Eintracht (3:1)

Wo bin ich eigentlich?" frage ich meinen Nachbarn. Er saß neben mir, aschfahl. Er sagte: " In einer kleinen deutschen Provinzstadt."
Ich sagte: "Ach so. Ich will ein gutes Fußballspiel schauen!" "Da sind sie hier falsch, denn hier spielt nur eine Mannschaft Fußball. Die anderen aus Frankfurt schauen nur zu.", sagte der Nachbar.

"Und was für ein merkwürdiges Publikum ist das hier?" "Schwaben", sagte der Nachbar. "Die gesamten Schwaben der Stadt und der näheren Umgebung." "Schwaben?" fragte ich. "Ja, Schwaben", sagte er. "Das hätten Sie mir früher sagen sollen. Dann wär' ich gar nicht hergekommen." "Ich wusste es nicht", sagte der Nachbar. "Ich wusste nicht, dass die alle heute kommen würden. Die meisten waren nämlich noch nie hier, die kommen erst, seit hier einigermaßen ordentlicher Fußball geboten wird."

"Wahrscheinlich fühlen die sich als etwas ganz besonderes?" "Ja", sagte der Nachbar. "Aber das ist nicht unsere Schuld. Sie sind neidisch auf die Frankfurter Sangeskunst und versuchen das mit Mikros und Verstärkern vor den Rängen auszugleichen.Sie fühlen sich dann als die Besten!" "Warum kommt die Frankfurter Mannschaft so wenig über die Mittellinie?" Der Nachbar: "Sie verstecken sich. Vorläufig noch." "Wie lange noch ?" "Bis es so weit ist." "Bis die Zeit reif ist?" "Sehr richtig." "Aber der Abstieg naht und die tun nix!" "Das versteht niemand so richtig." so der Nachbar.

29.10.2004 Haching : Eintracht (2:0)

Ich mag ja der merkwürdigste Mensch auf Erden sein, manche denken das sicher, aber Folgendes bringt mich echt noch zur Strecke:

Habe ich Schmerzen, gehe ich zum Arzt, klar, wer tut das nicht, schwer geplagt, nach Hilfe jammernd und oft im Leiden gekrümmt; doch kaum komme ich an, sind alle Wehwehchen unauffindbar verschwunden, kurz bevor der Doktor mich je sieht. Irgendwie sind alle Symptome fort, jeder Grund zur Beschwerde plötzlich abhanden, keine Ahnung warum und wohin. Dann muss ich, wenn ich also dennoch vor ihm stehe, flunkernd aus schäbiger Erinnerung erzählen und so tun als ob: Ich schreie auf, wo es gar nicht mehr weh tut! Ich kann ihm doch nicht sagen, alles sei umsonst, bin geheilt ohne Wiederherstellung von ihm erfahren zu haben. Das ließe mich als dumm dastehen, gar als verdächtig? Gehe ich dagegen gar nicht hin, habe es oft genug so probiert, peinigt endlos mich die Qual und ihre Hartnäckigkeit stur, will von selber längst nicht weichen - hat man so was schon mal erlebt?

Indessen geht es mir ebenso mit der Eintracht, oh ja: Manches Mal sitze ich daheim, freue mich auf das nächste Spiel, will unbedingt hin. Bin ich dann aber vor Ort um meinem Trieb Abhilfe zu schaffen, ist alle Geilheit verpufft und wie weggeblasen, noch bevor ein Spiel rum ist. Dann mache ich nur noch gute Miene zum bösen (oder schlechten) Spiel, wie immer und längst sehr professionell, täusche lustlos vor, bis zum elendigsten aller Höhepunkte, dem Abpfiff. Ich kann doch nicht sagen, alles sei umsonst, aber ändern tut sich in den letzten Wochen auch nix. Das gänzliche Verzichten dagegen bringt mir gar nicht viel, denn dann bleibe ich heiß bis zum drohenden Zerplatzen - hat man so was schon erlebt?

 

22.10.2004 Kräuter Fürth - Eintracht (2:1)

Bunte, fröhlich grinsende Plastikfiguren, 7,5 Zentimeter hoch, die in ihren Greifhänden alles Mögliche halten - oder kurz: Playmobil.

PLAYMOBIL wird heuer 30 und feiert seinen 30. Geburtstag mit einer fröhlichen Spiel- und Spaßtour durch Freizeitparks, Stadtfeste und Verbrauchermessen in ganz Deutschland. Zwischen Mai und November lädt eine kleine Zeltstadt an rund 30 Orten alle PLAYMOBIL-Fans zum Spielen, Staunen und Mitmachen ein.

Zu diesem Zweck ging es zum Besuch in die fränkische Metropole. Schon von weitem macht das kräftige Blau der fünf Tribünen auf die PLAYMOBIL-Aktion aufmerksam: Auf über 100 qm wird jede Menge Spielspaß rund um die 7,5 cm kleine Figur mit dem typisch freundlichen Gesicht geboten. In königlicher Kulisse - oder wahlweise als Bandit vor dem Western-Saloon - können sich die Kinder anschließend von Eltern und Großeltern fotografieren lassen. Beim Angriff auf die Ritterburg heißt es die Kanone in die richtige Position bringen, genau zielen - und Schuss! Lohnenswert ist der Einsatz auf jeden Fall. Und geht der Schuss mal daneben, richtet die "softe" Munition gewiss keinen Schaden an (Gelle Herr van Lent….)

Natürlich darf die Hauptsache bei PLAYMOBIL auf der Geburtstagstour nicht fehlen: nach Herzenslust mit den kleinen Rittern, Polizisten, Prinzessinnen, Bauarbeitern und all ihren Brüdern und Schwestern spielen, spielen, spielen. Haben wir versucht, manche dieser Gesellen hatten jedoch nicht wirklich Spaß daran. Deshalb ging es auch ohne Erfolg wieder zurück. Der Kontakt zu unseren Spielkameraden auf den ersten 3 Plätzen ist erstmal weg und wir sollten uns in den nächsten Wochen weniger mit Playmobil beschäftigen, sondern eher mit Survival-Training.

14.11.2004 Eintracht Trier - Eintracht (2:2)

Der Arzt ist nun gegangen, heut war er lange da; ich glaube, er hat mich in Verdacht. Habe ihm brav alle Antworten gegeben. Habe sogar von meiner Höhenangst zum ersten Mal erzählt. Habe konzentrierten Eindruck hinterlassen; gefestigt. Andere verdienen mit so was einen Oscar. Mir nehmen sie zur Belohnung allenfalls die Zwangsjacke ab. Habe mich sofort dem Computer zugewandt. Damit es bei ihnen auf den Bildschirmen so aussehe, als sei ich bereits anderweitig beschäftigt. Dabei geht mir dieser Arztbesuch noch gar nicht aus dem Kopf. So lange war er noch nie bei mir. Komisch, am Anfang hatte ich Angst vor ihm und nun nach ihm. Anyway, er ist ein Aas. Das weiß er selber; irgendjemand hat es ihm wohl mal auf den Kopf zu gesagt. Wie es mit der Eintracht vorankäme, hat er dann noch gefragt. Keinen Ton habe ich verraten. Wenn er es nicht wüsste, hätte er nicht gefragt; konnte es sich nicht verkneifen. Ist bestimmt ein Mainzer. Dann hatte er endlich seine Sachen wieder in die Tasche gestopft; und kurz darauf ging er.

26.11.2004 MSV Duisburg - Eintracht (1:1)

Wenn man an Duisburg denkt, fällt einem zwangsläufig der Name Schimanski ein. Vorname Horst, Kommissar der Kripo Duisburg. Allerdings nicht in echt, sondern im TV. Ein Mann, bei dem ein echter Kommissar der Kripo Duisburg gesagt hatte, dass der bei ihm nicht mal Fahrraddiebstähle aufklären dürfte. "Diese Sendung war eine infame Beleidigung für jeden anständigen und korrekten Beamten, der seinen aufopferungsvollen Dienst für die Bevölkerung verrichtet". Aha. Was fällt einem dazu noch ein? Stillgelegte Zechen und Stahlwerke, die teilweise mitten im Dorf liegen, in der die Klassengegensätze überschaubar sind und es noch fiese mehrwertraffende Kapitalisten und in der Wolle gefärbte grundanständige Proletarier gibt“, notorische Sozialdemokraten, Kleingärtner, Kneipengänger und Currywurst-Konsumenten. Womit wir auch beim 3. Punkt wären, der Currywurst. Gute Sache, besonders mit Pommes rot-weiß. Dem heiligen Ritual der Zubereitung und des Verzehrs der Currywurst wohne ich regelmäßig in versammelter Runde und wechselnder Lokalität feierlich bei.

Aktualisiert am
13.05.2017
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