19.12.2009  SGE – VfL Wolfsburg 2:2 (Waldstadion, 41.700 Zuschauer)

19. Dezember 2099: Nur mit einer Badehose bekleidet sitze ich auf der Terrasse und genieße die angenehmen winterlichen Temperaturen. Es sind 23 Grad im Schatten. Gerade möchte ich einen Bericht über den Begriff „Winter" schreiben, als die örtliche Firma „Klimaanlagen GmbH" zur Wartung der Kühlsysteme im Haus auftaucht. Stimmt, im Winter braucht man die Klimaanlage nur selten. Aber seitdem ich vor 2 Jahren im Sommer beinahe einen Hitzetod erlitten hätte und mich nur knapp in das Haus der Nachbarn flüchten konnte, habe ich einen festen Wartungsvertrag mit der Firma. Sicher ist Sicher. Ich bin mit dem älteren Herrn der jedes Mal zur Wartung kommt mittlerweile schon ein bisschen befreundet. Weit über 100, 130 vielleicht, aber wahrscheinlich ist er um die 120 Jahre alt. Ich erzähle von meinem Vorhaben die ursprüngliche Bedeutung des Winters und des Fußballs erklären zu wollen. Früher, erzählt er darauf hin, früher seien in den Häusern Heizungen installiert gewesen. Es sei schon eine abenteuerliche Zeit gewesen, schwärmt er weiter. Durch große Schneemassen hätte er sich zu defekten Heizungen durchkämpfen müssen. Damals seien noch Leute erfroren, murmelte er als er die Klimaanlage wieder verschloss. „Alles in Ordnung, sie müssen sich keine Sorgen machen." Ich bin froh einen so netten Menschen gefunden zu haben.

Jetzt sitze ich wieder auf der Terrasse, inzwischen habe ich mir eine richtige Hose und ein T-Shirt angezogen. Es war mir vorhin schon ein bisschen peinlich in Badehose aufzutreten. Auch wenn das für viele normal ist. Ich bin trotzdem froh, dass der ältere Herr hier war, hat er mir doch entscheidende Anregungen für meinen Text gegeben. „Wie war das damals beim Fußball im Winter", schreibe ich als Überschrift in den Laptop, „heute vor 90 Jahren als der Meister zu Besuch kam…". Dick eingepackt mit 2fachen Klamotten und langen Unterhosen, damals scherzhaft „Liebestöter“ genannt. Manche hatten eine große Anzahl diese Wärmekissen dabei, die sich durch Knicken aufgeheizt haben. Sachen gab’s damals… So was steuerte man später durch einen Chip in der Ohrmuschel. Aber warum diese Leute sich damals überhaupt dieser Gefahr ausgesetzt haben und mit steifgefrorenen Zehen und blauen Lippen im Stadion standen kann man heute fast kaum noch nachvollziehen. Zu Besuch war allerdings auch der deutsche Meister aus Golfsburg, der schon damals die Massen anzog und von einer unfassbar großen Heerschar eigener Anhänger begleitet wurde. Golfsburg und die Schwestervereine der Bayer Titans und der Hopps Homies haben sich in den folgenden 15 Jahren die Titel in der T-Mobile-Premier-League geteilt. Die Golfsburger waren schon damals cleverer wie alle anderen und haben sich auf der Tribüne ein munteres Versteckspiel mit den Blockwarten (die es damals noch gab bevor jeder einzelne Zuschauer seine eigene Kameraüberwachung bekam) geliefert, um so der klirrenden Kälte zu widerstehen. Mit wenig Erfolg, da nach kurzer Zeit auch auf der Heimseite, auf der man das Treiben der Gäste belustigt verfolgt hat, doch die Kälte gewann.

Außer der Kälte gewann sonst auch niemand, denn sportlich sahen die Zuschauer eine mittelmäßige Veranstaltung, bei der es keinen Sieger gab. Viele verließen dann zum Ende auch umgehend den Ort um sich schnellstens eine erhitzte rote oder gelbe Flüssigkeit ähnlich eines Frostschutzmittels zuzuführen. Unvorstellbar…


12.12.2009 TSG 1899 Hoffenheim - SGE 1:1 (SAP-Arena, 30.150 Zuschauer)

Vorneweg meinen herzlichsten Glückwunsch an die TSG Hoffenheim ! Es war die Sensation der letzten Wochen und Monate. Ein Dorfverein mischt die Bundesliga auf! Das sagt entweder etwas über die Qualität des Vereins - oder über die der Bundesliga. Die Experten jedenfalls waren sich einig: „Es is’ nimmer wie früher. Jedes Kaff kann heut’ Bundesliga spielen. Ich kann verstehn, dass der Oliver Kahn aufhört. Wenn auf dem Weg zum Auswärtsspiel dein Navi versagt, dann ist es Zeit, zum Golf zu wechseln.“ Auf Seiten der Neoliberalen wurde natürlich gefeiert. Hoffenheim ist ein amerikanischer Traum in Deutschland. „From rags to riches“, vom Tellerwäscher zum Millionär, vom Misthaufen an der A6 zum Misthaufen mit Fußballstadion an der A6.

Vor Kurzem ist ja der neue Armutsbericht der Bundesregierung erschienen. Jeder achte Deutsche ist arm. Und gerade für diese Mutlosen hält die TSG Hoffenheim eine Botschaft bereit. Jeder hat die Möglichkeit aufzusteigen, in unserer Gesellschaft. Hartz-IV-Empfänger, hergehört! Ihr braucht nur die Leistungsbereitschaft, die Zähigkeit, den unbedingten Willen zum Sieg und knapp 200 Millionen Euro - dann könnt auch ihr es an die Spitze schaffen ! Ohne eine kleine Starthilfe geht’s natürlich nicht. Dietmar Hopp heißt der Mann, der die Hoffenheimer ein bissel angeschoben hat. Hier ein afrikanischer Stürmer, da ein paar Millionen ins Mittelfeld, was man als gelangweilter Rentner eben so zusammenshoppt. Fußball kaufen, das ist unter Europas Milliardären Trend. Abramowitsch von Chelsea hat damit angefangen. In Russland bleibst du bei Partys schon am Türsteher hängen, wenn du keinen Champions-League-Club im Portfolio hast. Der größte Hipster in dem Bereich ist allerdings Silvio Berlusconi. Der hat nicht nur einen Fußballverein, der hat sich gleich den Staat dazu gekauft. Wäre doch auch mal was für Herrn Hopp: staatliches Engagement. In der deutschen Politik gibt’s genug bedürftige Provinzvereine. Die CSU. Oder Kurt Beck - quasi Hoffenheim mit Bart.

Eigentlich ist es mir egal, wie der Herr Hopp sein Geld verpulvert. Niemand zwingt ihn Geld in den Verein zu stecken, beim DFB regelmäßig als großer Edelmann auftreten und sportliche Belange des Vereins in den Medien kommentieren. Für ihn ist das Fußballgeschäft - neben seinem bestimmt vorhandenen Interesse am Fußball in der Region - doch zu großen Teilen PR-Arbeit für seine Person, seine Firma und Befriedigung seines Egos. Und ein großes Ego hatten viele andere auch. Die konnten jedoch auch mal was (Nichtmonetäres) einstecken ohne direkt, DFB, Polizei und Presse was vorzuheulen. Und genau das kotzt mich immer an. Uli Hoeness war bestimmt nicht glücklich mit den Sprechchören gegen ihn, ähnlich geht es bestimmt den Herren Effenberg, Basler, Kahn, Wiese oder Lehmann. Aber es waren Leute, die wussten welche Reaktionen sie auslösen werden und in jungen Jahren lernten damit umzugehen. Wundert mich eigentlich, dass heute nicht wieder die GSG9 bestellt wurde bei den Sprechchören gegen Old Dietmar. Sonst gab es wenige Highlights, ein ordentliches Spiel unserer Truppe, bei dem mit etwas Glück sogar ein Dreier drin gewesen wäre gegen dünne Hoffenheimer. In diesem Sinne: Dietmar Hopp, wir scheißen auf dein Geld und machen aus der SAP den größten Puff der Welt ! Frohe Weihnachten.


28.11.2009 Hertha BSC - SGE 1:3 (Olympiastadion, 48.253 Zuschauer)

Was soll man von so einem Tag erwarten. Eigentlich wollte ich mit dem Auto in die Hauptstadt rollen, weil Sonntag noch ein Konzert in Frankfurt anstand, aber die Zahl der Mitfahrer war nach den Erfolgen in den letzten Wochen sehr überschaubar. Die windigsten Ausreden gab es da zu hören um sich vor der Fahrt zu drücken. „Bin mit meiner Ex-Frau verabredet“ war da fast noch das normalste. So stand ich alleine da und hab 2 Tage vorher die Busangebote abgeklappert und bin dann bei Sossenheim kurzfristig aufgesprungen (vielen Dank noch mal !).

Für mich auch mal wieder Neuland, bei Sossenheim war ich noch nie im Bus, außerdem bin ich generell schon lange nicht mehr per Bus auswärts gefahren. War eine sehr gediegene und spaßige Fahrt mit coolen Leuten, leider wurden die von einigen Pappnasen versetzt und hatten zu wenige Leute im Bus weswegen der Fahrpreis dann höher war. An sich völlig ok, nur hatte ich dann nur noch 2 Euro einstecken und der nächste Halt war dann Olympiastadion Berlin, eine gute Stunde vor Anpfiff. Sollte ja ein Geldautomat da geben irgendwo. Gab es natürlich nicht. Am Eingang sagte man dass hinter der Kontrolle vorm Block einer sei. Drinnen noch mal ein Ordner gefragt, der meinte dann das der Automat heute nicht da ist. Na super… Raus ging nicht mehr, bekannte Gesichter rar gesät, so dass ich mit biblischem Hunger das Spiel anschauen musste. Dazu kam dann auch noch eine unglaubliche Dürre in meinem Hals, die ich auch nur kurz vergessen konnte als unsere Buben die miese Serie der letzten Wochen vergessen machten. Nachdem fast jeder erwartet hatte dass wir Aufbauhilfe für den abgeschlagenen Letzten und unseren ehemaligen Coach leisten kam es doch ganz anders. Ein Ochs in Galaform und auch der Rest hat sich ordentlich am Riemen gerissen und ließ den Gästeblock erbeben. Warum nicht öfters so ? Mit letzter Kraft schleppte ich mich völlig ausgezehrt und überglücklich zurück in den Bus um die letzten Tropfen aus meiner Getränkeflasche rauszupressen. Macht ja nix, der nächste Halt und ein Geldautomat kommt bestimmt…

Kam er auch nach etwa 330 km in der Nähe von Gotha. Während schon Pommestüten im Halbdelirium an mir vorbeizogen mobilisierte ich die letzten Kräfte und mit zittrigen Fingern zog ich die Kohle aus dem Automat. Am Bistroschalter der Tanke gab es leckere Riesenbaguettes, von denen ich mir neben einigem Kleinkram direkt eins bestellte. „Um diese Zeit bekommen sie das sogar für die Hälfte“ säuselte mir eine Stimme ins Ohr. „OK ich nehme 2 davon…“. Selten so glücklich ging es zurück in den Bus und einem Raubtier ähnlich bei der Fütterung wurden die Gaben verzehrt. Der Magen konnte mit dieser Ladung nicht so recht umgehen und meldete sich kurz, wurde aber galant überhört.


06.11.2009 Bayer Leverkusen - SGE 4:0 (Ulrich-Haberland-Stadion, 30.000 Zuschauer)

Gyros ist ein geschönter Ausdruck für Gammelfleisch. Zuerst kam dieser Begriff in den Zwanziger Jahren auf, als in einer griechischen Grabkammer 2000 Jahre altes Fleisch gefunden wurde. Die Forscher scheitern immer noch an der Frage, wie dieses Fleisch dort unten bestehen bleiben konnte. Britische Bankinhaber vermuten eine Verschwörung auf globaler Ebene. Gyros Pita ist eine Komplexverbindung aus Holz- und Gyrosatomen, sie reagiert unter anderem stark mit Feuer, Grillvorrichtungen, Katzenstreu und Dung. Keine Reaktion zeigt sich bei Zumischung von Wasser, Gras, Haaren oder Hautschuppen. Gyros Pita wird häufig von Restaurantketten eingesetzt, um das gleichnamige Produkt zu würzen. Es gibt eigentlich auch keinen Gyrosdöner. Es gibt ja auch kein Feuerwasser, kein etwas nichts. Dieser Unterpunkt existiert nur, um unbescholtene Bürger vor der Symbiose aus türkischen und griechischen Gerichten zu warnen, die von der Nahrungsmittelindustrie verbreitet werden. So ein bekanntes Vorurteil, das alles war für uns aber kein Grund unseren vor einigen Jahren begonnenen Feldversuch im Gyros Palace in Leverkusen nicht fortzusetzen. Während man vor 2 Jahren noch unter einem billigen Vorwand in den Laden gelockt wurde, so ging man dieses Mal etwas gezielter vor und unterzog den Laden einem ausgiebigen Test. Selbst die Bestellung eines Döner-Tellers wurde mit mildem Grinsen verarbeitet und das was nachher serviert wurde, war mit das beste griechische Essen nördlich von Athen.

Reichlich gesättigt ging es dann ins Stadion und nachdem man nach längerer Zeit wieder einige bekannte Gesichter begrüßen konnte, wurde der Umbau des Stadions mal etwas näher betrachtet. Der McD wurde aus der Haupttribüne entfernt und das neue Dach erinnert (wahrscheinlich zum Andenken an den Namensgeber) an eine überdimensionale Spalt-Tablette. Obwohl ich eigentlich noch satt genug war und noch mehr nach dem frühen 0:2 ließ ich mich von unserem Eintracht-Fan aus dem Harz zu ner Worscht überreden. Nach seiner Rückkehr und dem 0:3 nach 11 Minuten war der Appetit endgültig vergangen. Absolut indiskutabel, allerdings hat Leverkusen auch den besten Fußball gespielt den ich in dieser Saison gesehen habe. Trotzdem muss man sich nicht so abschlachten lassen, als Highlight fällt mir hier eigentlich nur unser volltrunkener Flitzer ein, ansonsten kam aus dem Block relativ wenig berichtenswertes. Und in diesen Momenten bereue ich es mich zum Sklaven der Serie gemacht zu haben. Man denkt an die fröhlichen und unbelasteten Momente im Gyros Palace zurück… mit viel Zaziki und lecker Ouzo hinterher…


24.10.2009 Bayern München - SGE 2:1 (Arena Fröttmaning, 69.000 Zuschauer)

Der ewige Kampf gegen das Böse. Viele auf diesem Planeten haben eine gepflegte Abneigung gegen alles, was den sogenannten FC Hollywood über Jahre hinweg "ausgezeichnet" hat. Dreiste Einkaufspolitiken, arrogante Selbstdarstellung, schmarotzte Titel und das all zu oft praktizierte "Duselsiegen" sind nur einige der vielen Eigenschaften der Unsympathen von der Isar, von denen sich leider viel zu viele Menschen blenden lassen. Man munkelt, dass einige Millionen davon betroffen sind. Die Dunkelziffer könnte sogar höher liegen. Doch es gibt seit knapp 2 Jahren auch eine andere Seite. Welchem Antibayer schlägt das Herz nicht höher, wenn er beispielsweise an die legendäre Finalniederlage in der Champions League 1999 gegen Manchester United denkt ? Auch bietet dieser Verein immer wieder reichlich Kuriositäten und Peinlichkeiten, über die es sich lohnt, das ein oder andere Wort zu verlieren. Das fing mit der anfangs interessanten Klinsmann-Idee an, endete nur mit Glück und Osram nicht im Desaster. Dann kam der vermeintliche Retter aus dem Land der Tulpen und der lustigen Zigaretten und hätte sich in den ersten Wochen und Monate gerne am liebsten noch hinter Klinsmanns Buddhas versteckt.

Und da kommen wir immer wieder gerne ins Spiel, es liegt in der Natur der Sache und wahrscheinlich auch tief im Selbstverständnis unseres Vereins verankert dass wir als sozial eingestellte Menschen hilfsbereit sind und solchen gescheiterten Existenzen gerne helfen. Eigentlich hat man eh keine Chance in München und tut den Bayern lange Zeit richtig weh, aber irgendwann wird man eh noch einen einfangen und so kam´s dann auch. Lustig war die Niederlage sicher nicht, sondern nur das der Tulpenmann sich mit seinem taktischen Kniff mit van Buyten übelst abfeiern ließ, aber das gleiche aus purer Verzweiflung schon öfters probiert hat. Gegen uns klappt so was halt auch dann mal, aber die Mehrheit hat eher mehr auf das Pokalspiel spekuliert ein paar Tage später. Ich hasse aber Niederlagen immer, gegen jeden und überhaupt ! Stimmung war trotzdem ganz ok, auch wenn man wie üblich in dem Stadion mit seiner miesen Akustik nichts produzieren kann, passiert ja auch selten was außergewöhnliches. Kann auch dran liegen, das die Mehrheit noch beim Imbiss war, weil man seine Getränke und das Essen ja nicht mit den Block nehmen kann. Und wenn man dann halt schon mal bei den Getränken ist…

Getränke wurden am Abend auch noch einige konsumiert. Hab mir außerhalb des Fußballs mal wieder soziale Kontakte gegönnt, 2 meiner besten Freunde wohnen in München bzw. der Nähe und da gute Freunde bekanntlich niemand trennen kann ging’s abends zum Grillen nach Augsburg. Sehr geile Kontrastveranstaltung, vor allem weil von den Gästen eigentlich keiner was mit Fußball am Hut hatte und ungefähr 10 kleine Kinder Slalom um die Tische gelaufen sind, dazu gab’s noch fantastisch große Fleischlappen wofür einige Tiere sterben mussten. Die reinste Erholung, besser als jeder Urlaub. Sollte man mal drüber nachdenken.


02.10.2009 FC Schalke 04 - SGE 2:0 (Turnhalle GE, 61.673 Zuschauer)


Irgendwie hatte sich für heute alles gegen mich verschworen. Nachdem meine sonstigen Mitfahrer und Begleiter alle abgesagt hatten blieb mir nur die Alternative alleine zu fahren oder irgendwo mitzufahren. Alleine fahren ist kacke und teuer und Mitfahrmöglichkeiten waren nicht so dicht gesät. Genug Plätze hätte es in den FUFA-Bussen gegeben, aber dort fährt man wohl lieber halb leer oder zwingt jemandem, der schon eine Eintrittskarte hat, noch eine auf. So nicht, fündig wurde ich dann nach langer Suche bei Bekannten, die kurzfristig mit nem 9-er Bus nach GE rollen wollten. Der Abholservice klappte auch prima, doch als der Bus kam wollte der Lachflash fast nicht mehr enden: rundum beklebt mit Blumen sah das eher nach Ausflug zum Dieter-Thomas-Kuhn-Konzert aus.

Nachdem man sich von dem Schock erholt hatte und alles verstaut war ging es dann auch bald los. Auf dem Weg wurde natürlich genügend über das bevorstehende Spiel debattiert, zumindest dann wenn mal grad keine Pinkelpause war. Beim FC Schalke hatte man ja in der Vergangenheit ganz ordentliche Pläne, aber ordentlich ist ja mittlerweile nur noch die Geldverbrennung. Felix Magath hat sich seinen Job sicherlich angenehmer vorgestellt und die dringend benötigte Verstärkung wird wohl nix, vielleicht sollte man da mal bei RTL anklingeln ? Tine Wittler verschönert die Geschäftsstelle, Christian Rach optimiert die Currywürste, Katharina Saalfrank erzieht die schwererziehbaren Fans und Olli Geißen moderiert die 50er Show live aus der Arena. Und der Clou: Peter Zwegat kümmert sich um die Schulden. Um den Bundesligisten steht es ja in finanzieller Hinsicht wohl schlimmer als befürchtet. Neuesten Berichten zufolge sind die Sicherheitskonten von Schalke 04 zu drei Vierteln leer und man entließ zunächst acht Mitarbeiter aus der Rechtsabteilung und der Hausmeisterei, Verbindlichkeiten von 136 Millionen Euro. Da gibt’s genug zu tun für Herrn Zwegat. Sportlich holt man vielleicht ein paar Läufer aus Kenia, die leben auch in Armut, aber gewinnen wenigstens Titel.

Wir haben da gut reden, bei uns herrschte ja auch mal Großmannssucht, aber wir haben die Lektion gelernt. Deshalb kam das „Wenn wir wollen, kaufen wir euch auf“ noch inbrünstiger von den Lippen. Leider konnte man heute unsere Idole Jones und Streit nicht begrüßen, während der eine verletzt ist, flüchtet der andere wohl noch vor seinen neuen, aufgebrachten Fans. Zum Stadion muss man ja eigentlich nix mehr besonders erwähnen, langweilig, keine Stimmung, aber heute war das Dach mal zu. Verlieren musste man das Ding nicht unbedingt, zweimal im falschen Moment gepennt und schon war das Thema durch. Deswegen gab’s auch aus dem Gästeblock nicht viel zu berichten, ein paar kleine Scharmützel mit den blau-weißen Nachbarn und dann war auch hier die Pflicht erfüllt.



12.09.2009 SC Freiburg - SGE 0:2 (Dreisam-Stadion, 23.600 Zuschauer)

Der Trip nach Freiburg stand ja schon länger nicht mehr auf dem Plan, das letzte mal ging’s vor knapp 6 Jahren in den Breisgau, damals nicht besonders erfolgreich. Das Spiel wurde dominiert, massenhaft Torchancen und nach einem dummen Fehler war das Ding mit 1:0 verloren. Freiburg gehört an sich zu einem meiner Lieblingsziele, allerdings konnte dieses Mal der Trip nicht ausgeweitet werden, weil eine Freundin abends zur großen Party geladen hatte, bei der ich nicht fehlen wollte. Eine sehr lebenswerte Stadt, als glücklicher und gebürtiger Einwohner Südbadens fühlt man sich wahrlich wie auf einer Insel. All die bösen Dinge, die in der Welt geschehen, passieren eben nur dort, aber niemals hier. Dort im Markgräflerland und im Breisgau gibt es keine Flutkatastrophen, keine Lawinenunglücke, keine Hurrikans oder Sturmfluten. Keine Dächer stürzen ein und keine Berge. Man lebt dort zwar in einem Erdbebengebiet und hin und wieder rumpelt es sogar (manche meinen, dass der Kaiserstuhl nicht wirklich ein erloschener Vulkan ist), aber wenn man gerade mal darüber nachdenkt, dann findet man das eher noch cool und verwegen, dort zu leben. Nun wurde zum ersten Mal H5N1 nicht weit weg in der Nähe vom Bodensee entdeckt. Ein völlig neues Gefühl, mit einem Mal muss man sich Gedanken machen, was eigentlich gerade passiert auf dieser Welt. Plötzlich denkt man: Hätte ich doch nur die Verhaltensregeln gelesen, die die Bild-Zeitung vor kurzem veröffentlicht hatte.

Für mich gab es auch neues, es war das 1. Spiel gegen Freiburg, bei dem nicht Volker Finke auf der anderen Trainerbank saß. Die Urform des homo kloppus hatte ja vor einiger Zeit den Freiburger Strandkorb verlassen müssen und treibt sein besserwisserisches Unwesen nun in Japan, wo aber auch schon die ersten sein Geschwätz nicht mehr hören können, weil er einen seiner Spieler kritisierte, der nach einem Foul im Sechzehner nicht zu Boden gegangen ist. Egal, wir sind ihn hoffentlich lange los, so dass man den SC fast gerne haben muss. Auch unsere Mannschaft hat sich in dieser Oase des Friedens direkt wohl gefühlt und getan was zu tun ist, nämlich 3 Punkte entführt. Etwas glücklich am Anfang, aber gegen Ende konnte nur eine Mannschaft das Match gewinnen, nämlich wir. Der Support war auch ganz anständig, der eine oder andere mag diesen Dauergesang des gleichen Liedes geil finden, ich hatte irgendwann nur noch Kopfschmerzen. So entspannt der Rest dann auch war, irgendwann wird’s langweilig und man freut sich auf kommende Aufgaben. Volker Finke und ich haben auf jeden Fall etwas gemeinsam. Das Thema Freiburg ist für uns beide fürs erste erledigt. Für mich mindestens mal ein Jahr.



22.08.2009  1. FC Köln - SGE 0:0 (Müngersdorf, 49.200 Zuschauer)

Integration wird in der weltoffenen Stadt Köln seit jeher groß geschrieben. Hauptsächlich deshalb, weil es ein Nomen ist. Mancher Jeck spürt gerade an Karneval die Umsetzung des Droh-Slogans "Wir in Köln lassen niemanden allein" am eigenen Leib. Aber auch auf dem Gebiet der Mode zeigt sich der Kölner weltoffen und experimentierfreudig. Nicht zu Unrecht sind die Kölner als Pornobalken-Pioniere und Vokuhila-Vatis international anerkannt. Dazu wird in Kölner Kneipen von freundlichen Kellnern mit fast schon asiatischer Höflichkeit ein Bier-Ersatz serviert, der sich nur in einem Zug trinken lässt. Manch einer findet die Kölner auch deswegen schon reichlich seltsam. Nicht wenige Menschen weltweit stellen sich Gott als Kölner vor. Passenderweise halten sich nicht wenige Kölner für Gott. Podolski ist auch so einer.

Der Messias aus dem Lukas-Evangelium ist wieder in Müngersdorf erschienen und alle sollen ihn preisen und der Preis ist heiß…
Besonders die Eintrittskarten, die im Vergleich zur letzten Saison eine sensationelle Preissteigerung erfahren haben, damit die Kölner ihren Lukas „isch bleib Köln“ bezahlen können. Dafür zahlt man als Gast natürlich auch sehr gerne etwas mehr und lässt sich dazu von seinen Jüngern noch wie Scheiße behandeln; angeblich wurde im Gästeblock großflächig Zucker gestreut um bei der Hitze ordentlich Wespen anzulocken. Dazu war rund ums Stadion einiges im Argen, so dass man mit Mühe und Not rechtzeitig im Block war. Die Beulen blieben dann aus, die hätte heute auch nur unser Herr Ochs verdient gehabt für seine Dummheit, ohne die wir gute Chancen gehabt hätten zu gewinnen. Der Messias blieb ähnlich blass wie das Original und wird in dieser Verfassung wohl eher bald gekreuzigt. Poldi befreit nicht Köln, wahrscheinlich muss sich Köln in der 2. Liga bald von Poldi befreien…

Zur Feier des Tages war dann noch Abendmahl in Porz mit Pizza und Pasta angesagt. Bei klasse Wetter wurden in einer schönen Vorstadt-Siedlung die Campingstühle ausgepackt. Eine Happening wie beim Kirchentag damals, der Pizzabote wurde zu einer nicht mehr ganz aktuellen Adresse gelotst und vor der Tür abgefangen. Wenn man halt Hunger hat…
Begleitet von einigen Passanten und dem Sicherheitsdienst des nebenan liegenden Krankenhauses ließ man sich die Leckereien schmecken und war nach ein paar Stunden wieder verschwunden. Halleluja !


08.08.2009 Werder Bremen - SGE 2:3 (Weserstadion, 33.000 Zuschauer)

Nach dem überragenden Erfolg des letzten Jahres war ganz Frankfurt gespannt, was sich die Bremer Polizeiverantwortlichen in Zusammenarbeit mit amerikanischen Trash-Produzenten für dieses Spiel vorgenommen hatten. Gerüchteweise wollte man, dem Vorbild der 1970er Jahre folgend, sein eigenes Weltraum-Epos entwickeln. Ergebnis sollte die, mit relativ hohem Budget ausgestattete, "Rückkehr zum Kampfstern Galactica" sein. Inhaltlich wollten die Leute rund um den Nachfolger von Wachtmeister Pusch in erster Linie auf Action in Form von Raumschlachten und Laser-Gefechten setzen, obwohl die Geschichten meistens oberflächlich, einfallslos und unlogisch wirkten. Besonders ärgerlich ist jedoch, dass die fanpolitische Schwarz-Weiß-Malerei aus den Zeiten des kalten Hool-Krieges nahezu unverändert in die Handlung übernommen wurde: Der Gästeanhänger war immer das personifizierte Böse und wer Frieden wollte, war entweder ein Spinner oder ein Verräter. So gerät das Spiel zur unterschwelligen Propaganda für die Hardliner a la Beckstein und Schäuble.

Trotz der Vorzeichen machte sich wieder mal eine große Fan-Gemeinde auf den Weg an die Weser und es kommt erstens anders als man zweitens denkt. Man hat dann doch seitens der Ordnungsmacht weitgehend auf die damaligen Klischees verzichtet und dem eigenen Handeln etwas mehr Tiefgang einhaucht. Auch das gelungene Design des im Umbau befindlichen Stadions tat seinen Teil. Jedem ambitionierten Oberligisten wäre bei so einem Gästebereich die Lizenz für die Regionalliga verweigert worden. Der Hintertorbereich war komplett entkernt und so war man auf einem Stahlrohrgerüst untergebracht, schlimmer als in der Hütte nebenan beim Karnevalsverein. Überall lag Müll rum und man nahm es dann doch mit Humor. Ausnahmsweise wurde man am Eingang aber sogar mal freundlich behandelt, es gab von manchen Aussagen, dass einigen ein schönes Spiel gewünscht wurde. Na also, geht doch !

Das schöne Spiel hatten wir ja dann auch, auch wenn zuerst die Führungen prompt gekontert wurden. Nach dem 3:2 durch Fenin in der 2. Halbzeit war zwar noch mal kurzes Zittern angesagt (das Beluga-Schiff ist einige Male aufgetaucht), aber Oka in Galaform und die anderen mit wesentlich mehr Mumm als in den letzten Monaten haben die 3 Punkte entführt. Da schockt auch keine Vollsperrung auf der Autobahn mehr und zur Feier des Tages wird sogar Frankfurter Grie´Soss in Hamburg serviert. Wohl bekomm´s!


02.08.2009 OFC - SGE 0:3 (DfB-Pokal auf dem Müllberg zu Bieber, 24.000 Zuschauer)

Christlich-Satirische Unterhaltung in Offenbach. Die evangelische Stadtkirchengemeinde bietet in diesem Jahr ein besonderes kirchlich-kulturelles Highlight: Pfarrer und Kirchenkabarettisten geben einen humoristischen Einblick in die Lebenserfahrung in der wilden weiten Kirchenlandschaft und im kuscheligen Biotop Gemeindehaus. Die Wechselbeziehung von Kirche, Medien und Gesellschaft wird ebenso durchleuchtet, wie der Einfluss des protestantischen Pfarrhauses auf die Politik. Wie beeinflusst die „Mundorgel“ durch Angela Merkel die Weltpolitik? Wie lässt sich ein Zielgruppen-Gottesdienst für Vielflieger oder Fußballfans gestalten? Was kann die Kirche von Telekom oder IKEA lernen? Wie lassen sich die jeweiligen Besonderheiten der vier Evangelien an Hand der deutschen Presselandschaft erklären? Und warum müssen wir schon wieder in dieser fußballerischen Diaspora auf dem Müllberg antreten ? Diese und andere Fragen sollten heute bei dieser bundesweiten CSU geklärt werden. Ein großer Spaß für alle, die einen neuen Blick auf kirchliches Treiben und Selbstverständnis wagen wollen.

Größer jedenfalls als die Unterhaltung im Stadion. Jedes Derby nutzt sich ab wenn man sich nicht auf gleicher Augenhöhe begegnet. Irgendwann ist es auch nicht mehr lustig wenn man sich den großen Zauber vorm Spiel anschaut und dann das, was während dem Spiel noch rüberkommt. Der Marsch der UF war ja noch ganz lustig auch wenn es sicher schöneres gibt als bei dem Wetter stundenlang durch die Ostgebiete zu schunkeln, aber die Organisation im Stadion schlägt dem Fass den Boden aus. Hat man es endlich an der Kontrolle vorbei geschafft und freut sich auf ein Kaltgetränk wird man bitter enttäuscht. Völlig überraschend ist das Stadion ausverkauft, der Planet brennt und schon kurz nach Anstoß gibt’s weder Cola noch Wasser, Bier war in der Halbzeit auch alle. Der OFC mit sinnfreien Sprüchen und immer den gleichen Pöbeleien, das wird dieses Jahrtausend auch nix mehr. Welch eine Freude, das einige unserer Neuen gleich gut eingeschlagen haben und man den Hausherren gleich mal gezeigt hat wer hier weiter Richtung Berlin unterwegs ist.

Die, die da waren sollen selbst entscheiden, ob es sich gelohnt hat, ich werde zwar auch beim nächsten Pokalderby in der kommenden Saison wieder dabei sein, aber der Brüller war’s nicht. Vielleicht gönne ich mir aber dann den Spaß und schaue das Spiel mal von der Heimseite aus…


16.05.2009 VfL Bochum - SGE 2:0 (Ruhrstadion, 30.420 Zuschauer)

Endlich ist es vorbei. Der siebte Potter-Band war der letzte, ist übersetzt, alle Rätsel sind gelöst. Spannung is over, es ist wieder Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern. Was, so groß sind die Kinder schon geworden ? Alles in allem ist es zwar ein Ende mit zahlreichen Schrecken (und ich meine hier nicht die Toten, sondern die Versöhnungen schlimmster amerikanischer Art obwohl die Autorin doch Engländerin ist), aber höchst spannend ist es allemal. Dass Snape sich als "Guter" entpuppt war ja fast zu erwarten, dass jedoch Dudley, Kreacher und Percy plötzlich nett sind und alle sich lieb haben ist die unerträgliche Seite des Buches. Es wird hier jedoch keine Buchkritik, nein, es geht um das Prinzip. Um den Potter. Seine Welt. Ich muss zunächst gestehen, dass meine Mittel zu bescheiden waren, um darüber lustige oder vielleicht sogar satirische Anmerkungen zu verfassen. Deshalb sollen das andere für mich erledigen. Ich habe beim Lesen leider Gehirnbrand gekriegt. Bin daher etwas durcheinander.

Es war nicht die katholische Kirche, die in den Kreuzzügen versucht hat, die Erde zu knechten. Es war nicht die katholische Kirche, die Frauen als angebliche Hexen verbrannt hat. Beethovens Mutter wurde nicht aus purer Missgunst zur Hexe erklärt. Es waren nicht überwiegend katholisch geprägte Gegenden, in denen die NSDAP besonders fest verwurzelt war. Harry Potter ist kein völlig fiktiver Roman sondern eine autobiographische Anleitung zum satanischen Ausrotten der Menschheit. Alle Harry-Potter-Fans sind okkulte Antichristen, die jeden Tag mit Tischrücken versuchen, alle Erdenbürger zu unterdrücken. Es war nicht unsere Truppe die ohne Kampfeswillen nach der Bremen-Klatsche eine neue indiskutable Leistung abgeliefert hat. Es war nicht die Eintracht, die quasi ohne Torchancen durchs Spiel gekommen ist. Es war nicht der Torwart unserer SGE, der ein ähnliches Ergebnis wie letzten Mittwoch verhindert hat. Unsere Truppe hat sich mit einem wahren Feuerwerk den Klassenerhalt redlich verdient. Und dazu kann man bei der ganzen Tour auch als kurzfristiger Mitfahrer in anderen Autos relativ viel Freude haben. So ein chinesisches Megabuffet muß ja nicht jeden Tag sein. Wer mag schon Schokoeis mit Pilzen ?

Und die Erde ist eine Scheibe.


09.05.2009 Hannover 96 - SGE 1:1 (Niedersachsenstadion, 44.855 Zuschauer)

Wer von euch kennt nicht Prince of Persia ? Das Computerspiel, ein Action-Adventure vom Ende der 80er. Es setzte neue Maßstäbe bei Animationen und der Erfinder hat viele Stunden Filmaufnahmen studiert um die Bewegungen möglichst real wirken zu lassen. Das Aussehen, die Laune und selbst der Charakter des Titelhelden, des Prinzen variieren in allen Spielen. Doch das Ausschlagebenste seiner Persönlichkeit wurde dem Prinzen bisher in allen Spielen verwehrt: ein Name. Selbstverständlich ist und bleibt er meist der Prinz von Persien, womit ihn einige Nebenfiguren auch ansprechen, doch niemals stellt er sich mit seinem Vornamen vor. Nennen wir ihn einfach mal Mehdi.

Ihm geht es bei den Spielen letztendlich immer nur darum, das Böse zu besiegen und eine oder mehrere Frauen zu retten. Das mit den Frauen hat ja ganz gut geklappt, sei es eine Prinzessin die vom bösen Wesir gefangen gehalten wird oder damals in Hamburg als er es ja immerhin geschafft hat 2 Frauen gleichzeitig zu beglücken, ohne das diese voneinander wussten. Das mit dem Bösen ist so eine Sache. Mit dem Wesir Jaffar und der Befreiung von Persien hat das noch ganz gut geklappt, auch mit dem König Assan. Aber an der Abwehr von Hannover 96 ist er kläglich gescheitert. Dort wurde ihm der Sieg auf dem Silbertablett serviert, allerdings hatte er wohl beschlossen, den Gegner aus Hannover von seinem schrecklichen Schicksal zu retten und ihm noch eine Chance zu gewähren. Vielleicht hat er auch beim Eindringen in den Hannoveraner Strafraum einfach nur Angst, dass in der nächsten Woche jemand anders seinen Platz einnimmt und er wieder in den Kerker des Waldstadions zurückkehren muß.

Trotz unseres persischen Prinzen, konnte man mit dem Spiel hochzufrieden sein, auch wenn man zu wenig Punkte mitgenommen hat. Auf dem Rückweg gab es am Abend noch eine weitere Begegnung aus 1001 Nacht. Was zu viel vergorenes Obst aus einem Menschen machen kann, ist manchmal schon verwunderlich. So wurde uns glaubhaft versichert, dass unsere Mannschaft auch von der Grippeepidemie befallen wurde und deshalb den Sieg verpasst hat. Allerdings nicht von der Schweinegrippe, sondern von der ungleich gefährlicheren Maikäfergrippe, der Eichhörnchengrippe oder der Rammlergrippe. Da hilft nur noch eins: schnellstens zurück in die Heimat zur Untersuchung ins Roland-Koch-Institut...


25.04.2009 VfB Stuttgart - SGE 2:0 (GDS, 55.000 Zuschauer)

Der Mensch und selbstverständlich auch der gewöhnliche Fußball-Fan lässt sich gern von dem drangvollen Grünen in der Natur anstecken, er kleidet sich in allerlei farbenfrohe frische Gewänder und die Allergiker wissen, jetzt heißt es Masken tragen, ABC-Schutzmasken gegen den unerwünschten Pollenflug. Sogar im Fernsehen konnte man sie bewundern, unter Schutzmasken und in olivgrün berichteten sie davon, dass der Frühling ausgebrochen ist, heftig und in seiner ganzen Urgewalt. In manchen Ländern scheint man das Fest des Frühlings allerdings ein wenig zu übertreiben, mit Böllerschüssen und allerlei sonstigen Explosivkörpern hantieren sie leichtsinnig auch in bewohnten Gegenden und natürlich gibt es da auch ernst warnende Stimmen.

Auch in Stuttgart gab es diese ernst warnenden Stimmen. Wie in den letzten Jahren schon öfters durften wir zum Frühlingsfest in der Hauptstadt Baden-Württembergs antreten. Aber die ernst warnenden Stimmen waren nicht freundlich zu uns, denn auf dem Fest konnte man sich nicht frei bewegen auch ohne Böller und Explosivkörper und durfte nur in vorgegebene Richtungen laufen. Schön, wie die Stuttgarter Behörden ihre Finanzkraft in uniformiertes Personal investiert hat, amüsant zu beobachten wofür Geld und Personalzeit da ist, auch weil Stuttgart ja jetzt Umweltzone ist und der eine oder andere gebraucht wird um auf vorbeifahrende Autos zu starren. In dieser Zone gilt scheinbar mindestens Alarmstufe Gelb vor einem möglichen biologischen Terroranschlag. Immer wieder. Nicht ganz so amüsant ist die schon standardisierte Meinungsmache von sogenannten Umweltverbänden, die jeden der diesen Plakettenwahn in Frage stellt, verbal in Richtung Umweltschwein stellt. Mit dem großen Argument die Welt zu retten ist es einfach, ganz ungestraft die große, kritiklose Bio-Stammtisch-Keule der persönlichen Beleidigung zu schwingen. Nur: dummes Gegröle geht dem zwangsverpflichteten Zuhörer immer auf die Nerven, egal zu welchem Thema oder aus welcher Ecke es kommt.

Auch heute konnte man das Anti-Funkel-und-alle-sind-so-ungerecht-zu-Caio-Gegröle wieder hören. Einfach nur noch unsäglich, wenn reihenweise Leute im eigenen Block die Augen vor der Realität verschließen und damit Meinung machen. Als selbst zwangsverpflichteter SGE-Anhänger kann ich manchmal gar nicht so viel essen wie ich kotzen könnte. Über die Leistung kann man wenig meckern, der VfB hat derzeit einen Lauf, Gomez trifft wieder und unsere Jungs schienen vor dem Spiel schon wieder vom Gegner so beeindruckt gewesen zu sein wie Rocky, als er damals erfahren hat, das er in der UdSSR gegen Ivan Drago boxen musste. Ich würde mir wünschen, dass mal über einen längeren Zeitraum der ganze Kader zur Verfügung steht, damit man mal sehen kann zu was die Mannschaft wirklich in der Lage ist.


11.04.2009 Bayern München - SGE 4:0 (Arena Fröttmaning, 69.000 Zuschauer)

Ja, der schönste Ort auf der ganzen Welt, das ist dieser Tage wieder einmal München: Die Mass liegt gut in der Hand. Ein ganz, ein prächtiges Plug-in quasi. Und viele fröhliche Menschen halten sich daran fest. Wiesn heißt das hier oder einfach nur Auswärtsspiel. Da sieht man auch, dass Bayern fast so ist, wie es die Staatsregierung sagt: Laptops gibt's zwar kaum auf der Theresienwiese. Aber mit Handy und Lederhose sind die Leute hier unterwegs: Statt des Hirschfängers steckt das Mobiltelefon in der Außentasche am Oberschenkel.

Auch bei den Fußballern gab’s ja einiges neues in letzter Zeit. Kinder, Kinder, wer redet denn hier noch von Sport ? Olympia gilt als politische Angelegenheit und Fußball als Religionsersatz. Jetzt erst recht: Seit Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann auf dem Trainingsgelände Buddha-Figuren aufstellen ließ, diskutierte die Nation: Werden die Münchner in der Bundesliga endlich in knöchellangen orangefarbenen Kutten antreten? Werden sie etwas darunter tragen ? Kann auf das Flutlicht verzichtet werden ? Orange symbolisiert schließlich die höchste Stufe der Erleuchtung. Kaum ein Verein verkörpert wie die Bayern das Samsara, den ewigen Kreislauf von großen Sprüchen vor einer Saison, vorzeitigem Ausscheiden in der Champions League und großen Sprüchen vor der nächsten Saison. Dennoch mahnte ein CSU-Politiker bereits vor Wochen, Klinsmann möge den Spielern nicht seine religiösen Gefühle "aufzwingen". Welche denn sonst ? Die von der CSU ? Kriegt das Christentum denn nie genug ? Auf die Passionsgeschichte verweist doch schon die Stoßgebetsformel: "Unfassbar ! Er nagelt ihn aus zehn Metern Entfernung gegen das Lattenkreuz." Der traditionelle Islam kommt ja als Scherzobjekt seit der Mohammed-Karikaturen leider nicht infrage. Dabei hätte diese Religion wenigstens den Vorteil, dass das ganze Geblubber um die schönste Spielerfrau im Stadion nicht mehr stattfinden dürfte. Eher ließe sich diskutieren, ob der Hinduismus die bessere Wahl gewesen wäre, zumal nach dem Abschied von Oliver Kahn. Der Gott Shiva hat acht Arme und ein drittes Auge für die Strafraumbeherrschung. Und ein Hindu-Trainer wird nach drei Niederlagen nicht gefeuert, sondern für ein weiteres Match zur heiligen Kuh ernannt. Gerade jetzt brandaktuell, allerdings werden Stoßgebete heute nur von uns ausgestoßen...

Nach dem Klamauk-Fußball und der Blamage in Barcelona war heute eigentlich nur die Frage nach der Höhe der Niederlage. Links anstellen, jeder nur ein Kreuz und fertigmachen zur Kreuzigung... Gut man hätte sich natürlich etwas wehren können, allerdings wäre das heute mit den Ausfällen wohl auch nur lebensverlängernd gewesen wie bei einem Hirntoten, so ähnlich hat unsere Truppe auch gespielt. Na ja, haben wir irgendwie alle geahnt, so konnte man sich mit dem wichtigen Teil des Osterwochenendes beschäftigen, denn das hielt noch einige Leckerbissen im tschechischen Fußball bereit inklusive eines Klobasa-Contests, der von eurem Schreiberling unter tosendem Applaus gewonnen und der bisherige Rekord pulverisiert wurde...


21.03.2009  Bayer Leverkusen - SGE 1:1 (LTU-Arena Düsseldorf, 32.000 Zuschauer)

Da müssen die Pillendreher also in der Rückrunde in einem anderen Stadion antreten, weil die Baukarawane die Haberland-Kampfbahn sonst für die neue Saison nicht rechtzeitig hinbekommt. Man gewöhnt sich ja schnell dran, plötzlich in einem anderen Stadion anzutreten, weil ja viele heutzutage den Namen öfters wechseln wie ich meine Stimmung an einem normalen Arbeitstag. Aber der Umzug wegen Umbau ist doch eher selten.

Nach Düsseldorf geht’s also. Wer in diesen Tagen durch die Düsseldorfer Innenstadt läuft, dem fallen Riesenposter auf, die mit flotten Sprüchen Werbung für das Bayer-Gastspiel in Düsseldorf machen. "Ein Weltmeister in Düsseldorf" ist neben dem Konterfei von Bayer-Sportdirektor Rudi Völler zu lesen. Oder Stürmer Kießling kündigt hoch oben an der Häuserwand gar eine "Sturmwarnung für Düsseldorf" an. Mindestens acht Bundesligaspiele werden die Leverkusener in der Landeshauptstadt bestreiten, ganz schön dicke Lippe. Zumal es sportlich im neuen Domizil auch eher suboptimal läuft, da wurde es Zeit mal wieder auswärts bei Bayer was zu holen. In großer Zahl ging es an den Rhein, auch der EFC hatte zum ersten Mal in der Geschichte einen eigenen Bus gechartert und war in stattlicher Zahl vor Ort. Gespannt konnte man auch sein, was die UF heute fabriziert, denn die KSC-Nachwehen waren immer noch präsent. Allerdings gehören Spiele gegen Bayer ja zu den brisanteren wegen deren Freundschaft zu Kickers Bieber. Zu sehen gab’s in jedem Fall eine mehr als ordentliche Leistung auf dem Rasen, zumindest das was ich mit meiner Bindehautentzündung sehen konnte. Tja, das Leben ist hart und die Brötchen hier im Stadion auch, aber der Sieg wäre für uns definitiv verdient gewesen. Lächerlich fand ich den Auftritt der UF in der 2. Halbzeit, entweder ich bin konsequent und boykottiere oder lasse es bleiben. Der Aufzug hinter dem Banner und das Dissen der supportwilligen war jedenfalls völlig daneben. Nach dem Spiel ging es dann ohne EFC-Begleitung noch in die Altstadt, die allerdings von einer großen Anzahl von Mitgliedern des Team Green bevölkert war. So kam es dann wie es kommen musste, da wurden von einigen unserer Frankfurter irgendwelche Pseudo-Lauf-Spiele inszeniert, Fantasie-Gegner ausgemacht und es schepperte heftig, so dass eine Kneipe den Betrieb schneller einstellen musste als geplant. Gegen spät ging’s dann zum letzten Mal ins Kölner Nachtlager und mit einem ordentlichen Frühstück zurück in die Heimat.

Passend zu dem Stadionwirrwarr wird der Stadionname im Juli in Düsseldorf wieder anders, aus LTU wird Esprit, wie Raider und Twix, sonst ändert sich nix. Wahrscheinlich wurde mit den Frauen eine neue Zielgruppe ausgemacht, vielleicht geht’s dann nachdem Spiel noch zum Shoppingevent im Outlet nebenan...


08.03.2009 Arminia Bielefeld – SGE 0:0 (Auf der Alm, 27.623 Zuschauer)

Der Schweiß läuft ihm über die Stirn. Es steht 2:1 für die Fürsten der Finsternis, obwohl sein Team viel besser spielt. Viel ansehnlicher und vor allem fairer. Er geht ein paar Schritte rückwärts und bleibt dann stehen. In der Höhe des Mittelkreises erkämpft sich Caio den Ball und spielt steil auf Nikos. Der übernimmt den Ball, geht drei, vier Schritte und passt flach in die Mitte auf Martin, der den Ball stoppt und abzieht.......leider fliegt der Ball am Tor vorbei. „Scheiße“ ruft der Trainer vom Spielfeldrand, „das war scheiße, Martin !“

Es wird weitergespielt. Fink erkämpft sich den Ball vor ihrem Strafraum und setzt sich gegen einen Gegner durch, legt sich noch mal vor und...will schießen, aber ein gegnerischer Spieler stößt ihm den Ellebogen in den Magen, so dass er sich vor Schmerzen krümmt und aus dem Gleichgewicht gerät. Eigentlich hätte es Elfmeter geben müssen, aber der Schiedsrichter entscheidet auf Abstoß. Wenig später ist das Spiel zu Ende und er geht mit seinen Mannschaftskameraden zu den gegnerischen Spielern, um Ihnen zu gratulieren. Sie haben sich vor ihrer Fankurve positioniert und feiern ihren Sieg ausgelassen. Hier herrscht ein Kreischen und ein Brüllen. Viele ihrer Fans haben sich die T-Shirts ausgezogen und wedeln damit wild über ihren Köpfen herum. Die Damen sind leicht bekleidet, manche tragen sogar nur noch BHs. Als er das sieht bedeckt er unwillkürlich die Augen mit seiner Hand, einige seiner Mitspieler tun es ihm nach. Als sie den gegnerischen Spielern gratulieren wollen, werden sie von Ihnen ausgelacht. Die Fürsten der Finsternis rufen Ihnen zu, dass sie mit Verlierern nichts zu tun haben wollen und dass sie lieber Land gewinnen sollten, weil Verlieren ansteckend sei. Unschlüssig steht er mit einigen seiner Mitspieler noch kurz herum und geht mit Ihnen dann zu seiner Fankurve um sich bei seinen Fans zu bedanken. Ihre Fans haben still auf sie gewartet und klatschen höflich Beifall, als sie zu Ihnen kommen und Ihnen zuwinken. Die Kameraansicht wechselt in die Vogelperspektive. Dann wird der Bildschirm milchig weiß und die Statistikauswertungen werden eingeblendet:

Fouls: weiße Engel: 0
Fürsten der Finsternis: 37
Ballbesitz: weiße Engel 63 %
Fürsten der Finsternis: 37 %
Tore: weiße Engel: 1
Fürsten der Finsternis: 2

Gedanklich hämmere ich in meiner Lethargie auf die Escape-Taste, damit die Statistikauswertung endlich ausgeblendet wird. Auch das freudige Grinsen von Satan, meinem Gegenüber, ignoriere ich. „Warum spielt meine Mannschaft auch immer so fair“, denke ich. Ja, alles schön nett und brav und der Gegner ist noch harmloser. Wenn allerdings so viele Leute ausfallen, das man alleine davon eine respektable Bundesliga-Mannschaft aufstellen könnte und dazu noch ein Spieler auf unserer Bank sitzt, von dem ich im ganzen Leben noch nix gehört habe, dann muß man zufrieden sein. Obwohl man von ihm sicher noch ne Menge hören wird... Spiel 1 ohne die UF, die wegen der Vereinsmaßnahmen nach der DFB-Strafe lieber zu den Amateuren gefahren ist. Wenn´s schee macht... trotzdem erstaunlich gute Stimmung, auch hier werden einige aus Ihrer Lethargie gerissen, die sich sonst immer blind wie die Lemminge auf ihre Vorturner am Zaun verlassen. Warum nicht immer so ? Mal schauen, wie lange das Spiel noch geht....


21.02.2009 Karlsruher SC – SGE 0:1 (Wildpark, 27.623 Zuschauer)

Frühling, Sommer, Herbst, Winter und ... richtig: die fünfte Jahreszeit heißt Karneval! Bei diesem Stichwort denken die meisten Menschen sofort an schöne venezianische Masken oder an Rio de Janeiro und seine bunten Samba-Gruppen. Ihr wahrscheinlich auch, oder? Der Karneval (oder auch Fastnacht genannt) hat eine besonders lange Tradition. Das lateinische „carne vale“ bedeutet soviel wie "Abschied vom Fleisch", also in dieser Beziehung kann ich zumindest schon mal nicht von einem „Feier“tag sprechen.

Der Name Karneval taucht in den Kölner Stadtakten erstmals 1780 auf, seit 1823 gab es ein Festordnendes Komitee, welches das närrische und ausgelassene Treiben ordnete und dem Ganzen wieder Würde und Herrlichkeit verlieh. Man feierte unter anderem einen allgemeinen Maskenumzug, der als erster Rosenmontagszug in die Geschichte einging. Mittelpunkt des Ganzen wurde der „Held Karneval“ (später Prinz), der als Personifizierung  des Karnevals über die Narren herrschte. Die Pritsche des Prinzen geht auf die germanische Fruchtbarkeitsrute (die ja bis heute ihre Wirkung nicht verfehlt, wie man desöfteren neun Monate nach Beendigung der Abschiedsfeier vom Fleisch sieht) zurück. Ihm wurden Bauer und Jungfrau als närrisches Dreigestirn zur Seite gestellt. Die frühen römischen Götterverehrungen und Winter-Austreibungen gelten als Vorläufer fastnachtlicher Freuden und närrischer Ausgelassenheit. Am Aschermittwoch begann die strenge vierzigtägige Fastenzeit, die Bürger durften noch mal vor der anbrechenden Fastenzeit gut essen, trinken, tanzen und lustig sein. Schon damals fanden an allen Fastnachtstagen Bälle statt und die Schank- und Gasthäuser hatten Tag und Nacht geöffnet und die Straßen waren angefüllt mit fröhlichen und jubelnden Menschen, die scherzhaft Szenen darstellten. An allen närrischen Tagen finden fast überall Umzüge statt, buntgeschmückte Wagen und kostümierte Gruppen ziehen durch die Straßen und bringen Blumen und Süßigkeiten unter die Zuschauer. Aschermittwoch wird zum Ende der närrischen Zeit eine Puppe (Nubbel) verbrannt. Diese Puppe ist für alle schlechten Taten über Karneval verantwortlich.

In der Session dieses Jahr hat unser Karneval-Club UF zu orangener Kostümierung aufgerufen und wollte für ein besonders ausgelassenes Treiben sorgen, was anfangs der 2. Halbzeit beim Umzug in Karlsruhe auch bestens gelang. Die Darstellung der Götterverehrungen und Winteraustreibungen war weithin zu sehen, nur ob man damit den Teufel des modernen Fußballs austreiben konnte, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall war schnell Aschermittwoch, früher als sonst und die Freude über den 1. Sieg nach längerer Zeit fiel etwas dünner aus. Natürlich fühlte sich der KCUF wieder mal missverstanden, ist jetzt bockig und will nicht mehr mitmachen. Helau !


31.01.2009 Hertha BSC – SGE 2:1 (Olympiastadion, 39.847 Zuschauer)

Zum 3.Mal in Folge stand das Berlin-Spiel im Winter an und nicht nur deshalb war die Zahl der Mitreisenden äußerst überschaubar, um genau zu sein konnte nur Heiko dazu bewegt werden. Die Anreise erfolgte dieses Mal ganz dekadent mit dem Flieger, was mit etwas Glück und früher Buchung recht günstig wurde. Nachdem die irische Harfe nun sogar innerdeutsche Flüge anbietet, kann so ein Trip weniger kosten als ein Taxi von der Stammkneipe nach Hause.

Da Heiko eine andere Verbindung ausgewählt hatte, musste am frühen Morgen noch etwas Zeit rumgebracht werden, was lag da näher als ein ordentliches Frühstück, auch wenn die Gemütlichkeit dank einiger Adler mit Megaphon um halb9 etwas beeinträchtigt war. Ein fast normales Frühstück an einem Samstag morgen mit frischem Kaffee und Brötchen. Zeit genug, einmal die Sinne schweifen zu lassen. Was denkt sich eigentlich ein Brötchen am Frühstückstisch? Liegt es teilnahmslos in seinem Korb, während draußen das Leben rasend an ihm vorbeizieht? Mitnichten. Ein Brötchen lebt in ständiger Angst vor dem Gegessenwerden. Es sieht immer wieder große Hände auf sich zukommen und freut sich, wenn die Hände nach der Scheibe Brot greifen. Viele Brötchen werden barbarisch mit stumpfen Messern aufgeschnitten oder gleich ganz aufgerissen und dann als Höchststrafe mit drittklassiger Nuß-Nougat-Creme bestrichen und von ungepflegten Zähnen zerkaut. An Abartigkeit nicht mehr zu überbieten sind in brühend heißem Kaffee getunkte Brötchen. Viele mussten schon in jungen Jahren mitansehen, wie Ihre Freunde schnell aus dem Korb verschwinden und nie wieder gesehen waren. Manche Brötchen freuen sich zu früh, wenn sie längere Zeit keine greifenden Hände mehr gesehen haben, dann aber geht’s schnell wieder zurück in die Brötchentüte. Der Aufprall tut weh, viele Stunden vergehen und das Brötchen wird härter und härter bis zur schlimmsten Atemnot. Bis es doch noch aus der Tüte geholt wird. Puh, fast erstickt, bis es dann doch das Messer auf sich zukommen sieht und weiß, das nun unausweichlich das letzte Stündlein geschlagen hat.

Man macht sich in ruhigen Minuten viele Gedanken über das Unausweichliche, irgendwann wurde ich dann von Heiko aus dieser Phase befreit, der seinerseits erst mal frühstücken wollte, na dann... Genauso unausweichlich ließen wir wieder die Punkte bei einer besser postierten Mannschaft liegen und ich kann nicht verstehen, warum wir immer die Rolle des Brötchens haben. Gerne leisten wir ja Aufbauhilfe, auch die gescheiterte Diva Pantelic konnte fest auf uns zählen und macht 2 Buden. Von den Rängen gab es auch nix besonderes zu berichten, außer das man schon mal Grüße an die mit den Berlinern befreundeten Karlsruher ausrichtete. Na ja, wenn man sonst nix zu tun hat.... Kamelle und Narhallamarsch !

Aktualisiert am
13.05.2017
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